Umudugudu ist ein Dorf, das von seinem Aufbau fast
schon an eine Stadt erinnert: Kirche, Dorfplatz, Werkstätten, und der
Krämerladen befindet sich auch gleich um die Ecke. Der entscheidende Unterschied
liegt lediglich darin: es ist ein Dorf, dessen Einwohnerschaft (von einigen
wenigen Ausnahmen abgesehen) nur aus Kindern und Jugendlichen besteht.
Das Jugenddorf von Hameau des Jeunes lässt sich grob
in Ober- und Unterdorf unterteilen. Im Unterdorf befinden sich die Schlafräume
der Kinder und der Mädchen. Das Alter der Kinder erstreckt sich
vom 6-monatigen Säugling bis zu den vielen Acht- und Neunjährigen.
Zudem sind dort die Unterkünfte der Ordens-Schwestern. Im Oberdorf befinden sich
die Schlafräume der Jungs, die Unterkünfte der Ordens-Brüder und diverse
Einrichtungen.

Vor dem
Kindergarten Kinder
bei der Nachmittagsbetreuung

Schlafraum der Jungs von
außen
Schlafraum von innen
Zu diesen Einrichtungen zählen unter anderem eine Holzwerkstatt
und eine Metallwerkstatt. Hierin sind sowohl Menschen aus der Umgebung
tätig, als auch junge Erwachsene aus dem Dorf. Für die Jungen selbst stellen die
Werkstätten die Möglichkeit dar, Grundkenntnisse und -fertigkeiten im Handwerk
zu erlernen. Das nächste Ziel Pater Schulz' ist es die Werkstätten zu
offiziellen Ausbildungsbetrieben zu erweitern, und damit den Jugendlichen und
Menschen in der Umgebung die Chance auf eine gute Ausbildung zu ermöglichen.
Denn nur so ist die vielbeschworene "Hilfe zur Selbsthilfe" möglich.

In der Metallwerkstatt (beim Schweißen) In der
Schreinerei
Neben der Holzwerkstatt befindet sich eine Art
Sozialstation. Diese gibt Waren für Menschen der Umgebung aus. Es wird über jede
Ausgabe und deren Menge Buch geführt. Unter den abgegeben Waren sind Koch-Öl,
Reis, Kartoffeln usw.
Des Weiteren befinden sich im Dorf Nutztiere.
Darunter eine Kuh und eine Herde Ziegen. Das Wasser, welches aus den Leitungen
fließt, entstammt direkt aus einer nahe gelegenen Quelle, die Pater Schulz
bereits beim Bau des Dorfes vor 21 Jahren vom Deutschen Technischen Hilfswerk
anzapfen ließ. Das Wasser wird durch eine Anlage aufbereitet und fließt
trinkfertig durch Wasserleitungen des Dorfes.
Zudem hat das Dorf einen eigenen Schneider-Meister,
welcher die zerschlissenen Kleider der Kinder repariert, aber auch Aufträge von
Menschen aus der Umgebung bearbeitet.

Sozialstation
Der örtliche Schneider
Ecole Secondaire, St Kizito à Musha (kurz ESK) ist
eine Erweiterung von Hameau des Jeunes. Die Schule wurde Nahe
umudugudu errichtet und beherbergt im Moment an die 400 Schüler. Es
handelt sich dabei quasi um ein Internat, in dem die Schüler unterrichtet,
verpflegt und beherbergt werden.
Tagesablauf und Gebäude
Die Gebäude der ESK zeigen alle einen ähnlichen Aufbau.
Die Schlafsäle der Mädchen und Jungs sind groß gehalten. Jedes Kind schläft in
seinem eigenen Bett und es gibt genügend Platz um sich in den Sälen frei bewegen
zu können. Die Stockbetten der Schüler sind mit Schlafmatratzen und
Moskitonetzen ausgestattet. Natürlich schlafen Jungen und Mädchen in voneinander
räumlich getrennten Schlafsälen.
Der Essenssaal ist ebenso großräumig gestaltet. Die Schüler
bekommen täglich drei Mahlzeiten. Das Frühstück ist porridge, ein
nahrhaftes dickflüssiges Getränk (normalerweise auf der Basis von Haferflocken;
hier jedoch auf der Basis von Mais) – ähnlich dem deutschen Haferschleim. Zum
Mittagessen und Abendessen wechseln die Köche die Mahlzeiten. Grundsätzlich
bestehen diese aus Kartoffeln, Reis, Bohnen, und anderen Gemüsen, was die
Ernährung abwechslungsreich gestaltet.

Beim
Kochen
Schüler beim Essen
Die Klassenzimmer sind mit großen Fenstern ausgestattet. Somit
kann jederzeit viel Licht die Räume erhellen. Die Tafel zieht sich über die
gesamte Länge einer Wand; es sind deren auch zwei, jeweils auf den beiden
gegenüber liegenden Seiten der Klassenzimmer. Zu beachten ist auch das aus
Ziegeln erstellte Dach, was zu einer erhöhten Wärmeisolation tagsüber führt.
Wären die Dächer normal mit Wellblech gedeckt, so würde sich im Verlauf des
Tages ein enormer Hitzestau bilden.

Die
Schule
Klasse beim Unterricht
Weitere Räume sind die Krankenstation und ein
Computerraum, in dem die Schüler den Umgang mit neuen Medien beigebracht
bekommmen.
Natürlich werden auch inn ESK Prüfungen geschrieben.
Am Ende eines jeden Trimesters erwartet die Schüler Abschlussarbeiten in allen
Fächern.
ESK ist eine vergleichsweise junge Schule, die sich
noch mit der Bewältigung unterschiedlicher Heruasforderungen konfrontiert
sieht. Die erste besteht momentan im Aus- und Umbau der Schule, der sowohl
neue Lehrerzimmer vorsieht, als auch die Errichtung einer großen Aula, die auch
für die umliegende Bevölkerung als Versammlungssaal zur Verfügung gestellt wird.
Zudem wird versucht der - für Ruanda fast schon obligatorische -
Lehrmittelknappheit durch die Anschaffung schultyps- und regionalspezifischer
Lehrbücher zu begegnen.

Zukünftige
Aula
Lehrerzimmer im Ausbau
Die Lehrer

Der Rektor
Boniface Die
Schüler vor der Zeugnisvergabe (März 2007)

Englischlehrer Gaspard
Die Schüler
Die neun Klassen der ESK unterteilen sich - je nach Jahrgang -
in vier erste, vier zweite und eine dritte Klasse (entsprechend dem deutschen
Schulsystem entspricht dies der 7.-9. Klasse), wovon eine 44 Schüler
umfasst. So enorm diese Zahl auch auf den ersten Blick erscheint, so gering ist
sie auch verglichen mit anderen Schulen aus der Umgebung, die mit bis zu 90
Schülern pro Klasse aufwarten. Dass ESK nur aus drei, statt wie normalerweise
sechs Stufen besteht, hat einen einleuchtenden Grund. Pater Schulz' Anliegen ist
es zunächst die vorhandenen Strukturen zu stärken und den Schülern eine
entsprechende Ausbildung und Versorgung zukommen zu lassen. Würde ESK nun aus
mehr Klassen bestehen, so käme es zu logistischen, als auch organisatorischen
Engpässen.
Die Schüler kommen aus den unterschiedlichsten
sozialen Schichten, mit den unterschiedlichsten familiären Hintergründen. Neben
Vollwaisen und Halbwaisen, stammen die Schüler aus sehr armen, aber auch
bisweilen wohlsituierten Familienhäusern. Sozial schwache Kinder werden durch
Patenschaften gefördert, und ihre Schulgebühren von Hameau des Jeunes
übernommen. Die Schüler werden koedukativ unterrichtet. Alle tragen eine
Schuluniform, woran sich auch sofort ein Schüler von ESK identifizieren lässt.
Der Unterricht beginnt jeweils um 8 Uhr, und endet
um 12:30 Uhr. Danach schließt sich eine Mittagspause mit Essensausgabe. Am
Nachmittag wird der Unterricht von 14 Uhr bis 16:30 Uhr fortgesetzt.
Beim Nachmittagsunterricht handelt es sich jedoch meist um zusätzlichen
Sportunterricht. Die Aufgabe der sogenannten animateur ist dabei, die
Schüler bei Laune bzw. Bewegung zu halten. Ebenso werden Neigungskurse
angeboten, in denen die Schüler zum Beispiel das "traditionelle" Trommeln, als
auch den Tanz des intore erlernen können.

Der Löwentanz
intore Trommeln

Beim Volleyball
spielen
Mittagspause
Lesen Sie hier Erfahrungsberichte von Studenten und Praktikanten in
"Hameau des Jeunes" und der Schule "Ecole Secondaire, St. Kizito". [mehr]